Neue Intensivpflege-WG
Das Angebot ist einmalig im Elbe-Elster-Kreis: In Rückersdorf wird jetzt eine Intensiv-Wohngemeinschaft für drei Pflegebedürftige eingerichtet. Initiatorin und Betreiberin dieses Pilotprojektes ist Claudia Seeland, die sich erst im Februar dieses Jahres mit „Claudia – Ihr Pflegeservice mit Herz“ selbstständig gemacht hatte. Insbesondere beatmungspflichtige Patienten, die eine 24-Stunden-Betreuung benötigen, hat sie dabei im Blick.
Mit der Wohnungsgesellschaft Doberlug-Kirchhain mbH war schnell ein Partner gefunden. Am vergangenen Donnerstag fand die feierliche Übergabe der hergerichteten Wohnung statt. Die Umsetzung dauerte nur wenige Wochen. Eine leer stehende Parterre-Wohnung in der Bahnhofstraße 42 in Rückersdorf bot sich an. „Dennoch haben wir den Grundriss der Drei-Raum-Wohnung von Architekt Lutz Grünberg anpassen lassen. Eine große bereits vorhandene Rampe erleichterte den rollstuhlgerechten Ausbau. Sie führte zum früheren Kinderwagenabstellraum, der jetzt in die Wohnung als Aufenthaltsraum für die Schwestern einbezogen wurde und den barrierefreien Zugang ermöglicht“, erklärt Wolfgang Pansow, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft. „Es gibt kein Durchgangszimmer, jedes ist für sich nutzbar. Beim Farbkonzept haben wir auf ein angenehmes Ambiente Wert gelegt. Es ist Platz, um drei Rollstühle abstellen zu können.“
Ab 280 Euro können sich die Patienten einmieten, sich ihr Zimmer individuell einrichten und wissen rund um die Uhr kompetente Pflegekräfte an ihrer Seite. Für die Ausstattung der WG mit Intensivpflegehilfsmitteln kooperiert Claudia Seeland mit der Medizintechnik und Sanitätshaus Harald Kröger GmbH aus Massen. Anfallende Pflegekosten können über die Pflegeversicherung, Krankenkasse, privat oder über das Sozialamt getragen werden. Details dazu sind im individuellen Gespräch mit dem Pflegedienst (Telefon 035325 161866) zu klären.
„Wenn die Wohnung mit drei Patienten belegt sein wird, sind immer zwei Fachkräfte vor Ort. Das ist von der Fürsorge her besser als in einem Pflegeheim, wo die Schwestern sich nicht so intensiv um die Patienten kümmern können, weil ihnen die Zeit fehlt“, betont Claudia Seeland. Wenn das Projekt richtig angenommen wird, wird sie ihren Stamm von derzeit 16 Mitarbeiterinnen aufstocken müssen. Genügend Erfahrungen hat ihr Team jetzt schon. Derzeit werden zwei Intensivpflegepatienten in ihrem häuslichen Umfeld betreut.
Werben für ihr Projekt will Claudia Seeland jetzt direkt in den Krankenhäusern. Dabei stellt sie die Idee nicht nur in Elbe-Elster und Nachbarkreisen vor. Auch in Berlin und Dresden klopft siean. „Denn Rückersdorf inmitten des Naturparks bietet durchaus alles, was man für eine gute Intensivpflege braucht. Die Patienten sind ja nicht unbedingt ans Bett gefesselt. So weit es der Gesundheitszustand erlaubt, werden wir mit ihnen auch Spaziergänge durch den Ort oder an den See unternehmen. Es ist wichtig, dass die Patienten am Leben teilhaben können.“
Heike Lehmann | Lausitzer Rundschau | 21.12.2009